KV Adler Rauxel e.V.


1968 - 2018

The World Games 2017 in Polen

Die deutsche Nationalmannschaft um die Adleraner Lea Sander und Maurice Grammel hat bei den World Games 2017 im polnischen Breslau den vierten Platz und damit ihr eigens gestecktes Ziel achtbar erreicht.

Im kleinen Finale musste man sich den Belgiern deutlich geschlagen geben, die überraschenderweise den Einzug ins Finale verpasst hatten. Zuvor gelang es den Deutschen, sich in einer schweren Vorrundengruppe mit Taiwan, Großbritannien und Polen hinter den späteren Turnierzweiten aus Taiwan zu platzieren, und sich so den Einzug ins kleine Finale zu sichern. Maßgeblich hierfür war der knappe und stark umkämpfte Sieg gegen den Dauerrivalen aus England, der bei den World Games offiziell als Großbritannien gestartet war. Bei den World Games vor vier Jahren im kolumbianischen Cali musste man sich noch mit dem achten und damit letzten Platz zufrieden geben. Diesjähriger Turniersieger wurde abermals die Niederlande.

Lea und Maurice berichteten von den World Games in Polen ausführlich in ihrem Tagebuch:

Tagebuch von Lea und Maurice

Maurice Grammel und Lea Sander sind auf dem Weg nach Breslau, um die deutsche Korfballnationalmannschaft bei den World Games zu vertreten. Wir werden euch natürlich mit Bildern und kleinen Berichten auf dem Laufenden halten. Die Vorfreude ist riesig.

19.07.2017 - 1. Tag: Die Anreise

Liebe Korfballfreunde,

dieses Jahr, zum besonderes Anlass der World Games 2017 in Polen, haben wir (Maurice Grammel und Lea Sander) uns überlegt euch jeden Tag durch einen kleinen Bericht oder Bilder auf dem Laufenden zu halten. Deshalb folgt nun eine kleine Zusammenfassung des heutigen Tages. 8:15 Uhr fuhr der RE1 vom Castrop-Rauxel Hbf Richtung Düsseldorf Airport. Dort angekommen, mussten wir uns durch den hohen Ferienbetrieb leider in der langen Schlange am Check in und in jeder darauf folgenden Schlangen vordrängeln. Unser holländischer Trainer Jan de Jaeger ist in dieser Hinsicht ein sehr schlechtes Vorbild, aber manchmal siegt halt Dreistigkeit. Mit etwas Verspätung startete endlich das Flugzeug nach Wroclaw. Hinzuzufügen ist, dass wir in der First Class und die Holländer irgendwo in den letzten Reihen des Fliegers saßen. Danke an dieser Stelle an Jochen Schittkowski für das einmalige Gefühl den Holländern, auch wenns nur um extra Beinfreiheit geht, überlegen zu sein.

Am mit World Games Werbung plakatierten Miniflughafen von Wroclaw angekommen, wurden wir direkt empfangen und mit den Holländern zusammen zu unserer Unterkunft in die Stadt gefahren. Diese ist ein Studentenwohnheim, bei welchem wir uns immer noch fragen, ob die Studenten für die ganzen Korfballmenschen hier ihre Zimmer räumen mussten oder einfach Semesterferien haben. Wir tippen auf eine Räumungsaktion. Am Rande kurz erwähnt, schaffte es Maurice heute bei fast jeder Gelegenheit einen wichtigen Fakt über die World Games in die Runde zu werfen. Wenigstens hat sich hier einer informiert, wie tief man seine Hose bei der Urinabgabe bei einer Dopingkontrolle runterziehen muss.

Den Rest des Tages kann so zusammengefasst werden: Essen, Bahn fahren, Klamottendrama, Bahn fahren, Essen. Der Stichpunkt ‚Klamottendrama‘ kann somit erklärt werden, dass einige gesponserten Shirts oder Hosen von Adidas leider nicht passten und umgetauscht werden mussten. Die Fahrt zum ‚deutschen Haus’ dauerte leider eine ganze Weile, doch es hat sich gelohnt. Denn die Meisten haben tatsächlich ihre Wunschgrößen bekommen und müssen sich nun nicht mehr in einem hautengen oder sackähnlichen Dress in der Öffentlichkeit zeigen. Bei Manchen war dennoch Enttäuschung in den Gesichtern sichtbar, da es gewisse Kleidungstsücke leider nicht mehr in Größe S gab, sondern nur noch in M. Das Problem hatte ich aber tatsächlich noch nie, deshlab freue ich mich einfach über die geschenkten Anziehsachen.

Nun ja, das war der heutige Tag im Schnelldurchlauf. Morgen erwartet uns das erste Training, die Eröffnungsfeier des Turniers und weiteres Rätselraten, zu welcher Nation und Sportart die vielen verschiedenen Menschen hier wohl gehören. Schlaft alle gut und freut euch auf ein weiteren Bericht morgen von Maurice.

Eure Lea

20.07.2017 - 2. Tag: Die Eröffnungsfeier

Der heutige Tag bot uns gleich zwei Highlights: Zum einen konnten wir bei unserem ersten Training unsere Spielstätte der kommenden 5 Tage kennenlernen, zum anderen stand der Besuch der Opening Ceremony auf dem Programm. Aber eins nach dem anderen...

Nach einem ausgewogenen Frühstück machten wir uns auf den Weg ins WKK Sport Center - der Ort an dem wir uns unter anderem mit der Mannschaft aus Großbritannien (wir nennen sie einfach Engländer, weil es stimmt) duellieren würden. Die Engländer also konnte wir auch gleich in Aktion sehen. Sie spielten während ihrer Trainingszeit ein Testspiel gegen die Chinesen aus der anderen Gruppe. China gewann, nach nicht bekannter Spielzeit, mit 18:13! Ich persönlich war überrascht von dem starken Auftritt der Chinesen, wurde aber sogleich von unserem Kapitän Sven Müller belehrt: Die Chinesen seien nicht zu unterschätzen und auch eine Mannschaft wie Belgien sollte sie, in deren gemeinsamen Gruppenspiel, nicht auf die leichte Schulter nehmen. Unser Training bestand dann aus verschiedenen Wurfübungen und einigen Runden 4-gegen-4 und eignete sich gut, um sich an die Halle zu gewöhnen. Nach dem Training blieb keine Zeit zum duschen, da der Bus, der uns zurück zur Unterkunft bringen sollte, bereits wartete. Wir fanden uns damit ab, stiegen ungeduscht in den Bus und kamen dann für 15 Minuten nicht vom Fleck, da die Ausfahrt des Busses zugeparkt war. Audi-Fahrer *hust*. Zeit zum duschen wäre da wohl gewesen.

Als wir schließlich zurück in der Unterkunft und geduscht waren, begaben wir uns - wie gefühlt alle 2 Stunden - zum Essen. Danach sollte für die Castrop-Rauxeler unter uns ein Interview mit einem WAZ-Redakteur geführt werden. Anscheinend herrschte Uneinigkeit über den Treffpunkt für dieses Interview, sodass es auch aufgrund von Termindruck nicht stattfinden konnte. Vielleicht ergibt sich in den nächsten Tagen ja die Möglichkeit das Ganze nachzuholen.

Termindruck hatten wir deshalb, weil die Busse, die uns zum zweiten Highlight des Tages bringen sollten, bereits um 15:30 Uhr abfahren sollten. Beginn der Opening Ceremony: neunzehn Uhr. Nach der Ankunft im Breslauer Olympiastadion wurden wir von den Volunteers in die Katakomben des Stadions geführt. Dort standen einige Sitzgelegenheiten, sowie Obst und Getränke für die Athleten bereit. Die Wartezeit wurde mit Essen, (teilweise) Schlafen und Gesprächen mit Teilnehmern anderer Sportarten verbracht. Als es endlich losging, wurden wir gebeten Zweierreihen zu bilden. Neben mir gesellte sich ein Faustballer dazu. Er sagte, seine Mannschaft würde sich morgen unser Spiel gegen die Taiwanesen angucken. Wir freuen uns! Die nächsten Minuten vergingen wie im Schnelldurchlauf. Wir betraten das Spielfeld des Stadions und wurden, angeführt durch unsere Fahnenschwenkerin, über ein Podest und dann weiter Richtung Tribüne geleitet. Wir erblickten ein gut gefülltes Stadion und Fernsehkameras, die sich auf uns richteten. Vom Beifall der Zuschauer begleitet, nahmen wir dann auf der Tribüne platz. Sicherlich ein Erlebnis das wir so schnell nicht vergessen werden! Nachdem alle Nationen eingelaufen waren folgten Reden vom Bürgermeister, dem Präsidenten der IWGA und dem IOC-Präsidenten Thomas Bach, der die World Games 2017 offiziell für eröffnet erklärte. Anschließend gab es Auftritte mehrerer Musiker, begleitet von Tanzeinlagen, Lightshow und kurzen Videos, welche Demonstrationen der vertretenen Sportarten zeigten. Zum Abschluss konnten alle Sportler noch ein mal das Spielfeld betreten und die Eröffnung bei Livemusik feiern. Wir genossen noch ein paar Minuten die tolle Atmosphäre, machten uns dann aber langsam auf den Rückweg. Um euch ein genaueres Bild davon zu machen, könnt ihr euch sicherlich das Ganze in der Sport1-Mediathek anschauen.

Als der Bus uns zurück gebracht hatte, machte der Großteil von uns sich natürlich erstmal auf den Weg zum Essen; denn so ein Event macht hungrig. Das Buffet war heute aufgrund der Eröffnungsfeier bis 24 Uhr geöffnet. Danach ging es zügig ins Bett, denn morgen steht mit dem Spiel gegen Taiwan eine große Herausforderung für unser Team an.

Vielen Dank fürs Lesen!

Euer Maurice

21.07.2017 - 3. Tag: Spiel gegen Taiwan

Guten Abend ihr lieben Korfballinteressierten,

unser Tag heute begann wie der gestrige mit dem ersten Treffpunkt um 8:45 Uhr, um zum Frühstück zu laufen. Ehm sorry, fahren. Das Buffet war heute sogar noch besser als gestern. Es gab Pancakes und dazu Heidelbeeren. Die armen Studenten/Auszubildenen mit Minusgehalt von uns wissen wie teuer Heidelbeeren sind und kommen dadurch selten in den Genuss dieser reich an antioxidantienhaltigen Beeren. Morgen werden daher die Tupperdosen voll gemacht! Man muss sich halt manchmal über die kleinen Dinge im Leben freuen.

Auf gings in die Halle, die Nervösität stieg. Man sollte meinen nach einer gewissen Anzahl an internationalen Turnieren und Spielen wird man entspannter und ist nicht mehr so nervös. Aber Nö, einfach Nö. Das wird sich wohl nie ändern.

Angekommen in der Halle, machten wir uns kleidungstechnisch spielbereit. Darauf folgte eine weitere kleinere Besprechung, um die letzten Einzelheiten zu klären und die Motivation nochmal anzustacheln. Danach waren wir nicht nur kleidungstechnisch, sondern auch geistig hundert Prozent spielbereit. Denn wir wussten keiner würde denken, dass wir gegen die Tapeten gewinnen, doch es gab eine kleine Chance, die wir nutzen wollte.

Vor dem Spiel gab es noch eine kleine Eröffnungsfeier, an der wir nicht teilnahmen, denn der Fokus sollte ganz auf unserem ersten Spiel liegen. Die ersten drei Drittel des Spiel haben wir wohl allen gezeigt und vorallem uns selbst, dass wir in der Lage sind mit den Taiwanesen mitzuhalten. Leider hat es vorallem in den letzten zehn Minuten nicht mehr gereicht und wir mussten uns geschlagen geben. Das letztenliche Ergebnis von 22:14 spiegelt leider nicht den kompletten Spielverlauf wieder und stimmt mich etwas unzufrieden. Aber vielleicht dürfen wir uns ja auf eine Revanche freuen. Also weiterhin Daumen drücken!

Wir hatten während des Spiels sogar Unterstützung aus Deutschland. Denn die deutsche Faustballmannschaft hat sich heute Korfball angeguckt und uns lautstark unterstützt. An dieser Stelle Danke an das deutsche Faustballteam!

Um 18:40 stand dann auf dem Plan: Großbritannien gegen Polen, unsere nächsten Gegner, beim Public Viewing im Meetingroom auf die Wand projeziert anschauen und schonmal Stärken, sowie Schwächen der Polen für unser morgiges Spiel analysieren. Die richtige Besprechung findet allerdings erst morgen statt.

Danach ging es dann wieder einmal zum essen. Mittlerweile weiß ich gar nicht mehr wie sich mein Hungergefühl überhaupt anfühlt. Ich prognostiziere schonmal zwei Kilo mehr auf der Waage nach diesem Turnier. Also verhungern werden wir hier auf gar keinen Fall.

Mittlerweile liegen die Meisten schon im Bett und quatschen noch etwas oder schreiben Berichte für Korfballinteressierte. Morgen startet der Tag etwas früher, denn es steht ein Training um 10 Uhr auf dem Plan. Deshalb werden gleich die Gespräche eingestellt und die Laptops runtergefahren.

Pünktlich zur Primetime um 20:45 erwarte ich euch dann vorm Live Stream, um uns gegen die Polen siegen zu sehen! Hier schonmal der Link zur Vorfreude: worldkorfball.org - POL-GER.

Bis dahin schlaft alle gut und träumt mit mir von einem erfolgreichen morgigen Tag.

Eure Lea

22.07.2017 - 4. Tag: Spiel gegen Polen

Hallo zusammen,

der heutige Samstag wurde genutzt, um einen Blick über den Tellerrand zu werfen und sich auch mal andere Sportarten der World Games anzuschauen. Begonnen hat er allerdings mit unserer zweiten leichten Trainingseinheit dieses Turniers, bei der wir abermals viele Wurfübungen machten und 4-gegen-4 spielten. Den Abschluss des Trainings bildete die traditionelle Runde 2,50-Werfen, an der sowohl Spieler als auch Trainer und Physios teilnehmen mussten. Die Regeln sind simpel: Wer trifft ist sicher, wer verwirft stellt sich wieder hinten in der Reihe an. Der letzte Verbleibende zahlt einen Euro in die Mannschaftskasse. Die Verbliebenen, das waren in diesem Fall unser Physio Tobi und ich. Das Duell konnte ich zum Glück für mich entscheiden, sodass mir die Häme der Mitspieler und das Zahlen der Strafe erspart blieben.

Nach dem Mittagessen begab sich dann ein Großteil der Mannschaft auf den Weg zum Spiel Deutschland gegen die USA im American Football - einer der Einladungssportarten dieser World-Games-Ausgabe. Im Stadion nahmen wir Platz neben Coach Esume. Einigen bekannt als einer der Kommentatoren von ran NFL, heute allerdings in seiner Funktion als Nationaltrainers der französischen Football-Mannschaft unterwegs, nahm er die potentiellen Gegner unter die Lupe. Das Spiel war sehr eng und es gab mehrere Führungswechsel. Die Deutschen konnten ihre knappe Führung über die letzten Minuten retten und errungen damit einen historischen Sieg über die USA, die sich sonst noch nie einer anderen Nation geschlagen geben musste. Fairerweise muss man sagen, dass die Amis natürlich nicht die Superstars aus der NFL nach Polen mitgebracht haben, aber das dürfte den deutschen Spielern relativ egal sein. Im Finale treffen sie nun auf Frankreich, das sich gegen Polen deutlich durchsetzen konnte.

Direkt neben dem Stadion befand sich die Spielstätte für Flying Frisbee. Wir sahen die letzten Minuten des Spiels Polen gegen Kolumbien und die ersten Minuten der Begegnung zwischen Kanada und Australien. Beim Warm-Up der Australier konnten wir ungefähr ein Dutzend Techniken beobachten mit denen die Frisbee-Scheibe geworfen werden kann. Der Sport an sich weist ein paar Gemeinsamkeiten zum American Football auf. So muss das Spielgerät zum Beispiel in die Endzone des Gegners befördert werden. Und auch ein Korfball-Element hat dieses Spiel: Mit der Frisbee darf nicht gelaufen werden.

Bevor sich die gesamte Mannschaft beim Abendessen wieder vereinte, hatten wir noch die Gelegenheit bei den Wettkämpfen der rhythmischen Sportgymnastik vorbeizuschauen. Diese fanden in einer Art Konzerthalle statt. Um das Zuschauen etwas interessanter zu gestalten, versuchten wir die Wertungen der Punktrichterinnen im Voraus zu erraten. Einigen Leuten gelang das besser als anderen. Natürlich hatten wir trotzdem Respekt vor der Leistung der Athletinnen, von dessen Beweglichkeit jeder von uns nur träumen kann.

Zu unserem Spiel gegen die Polen will ich nicht allzu viele Worte verlieren, da Ihr ja die Möglichkeit habt euch das ganze selbst anzuschauen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir, vor einer tollen Kulisse und in der Höhe verdient, mit 25:15 gewonnen haben. Erwähnenswert ist insbesondere das erste Viertel des Spiels, in dem wir mit 11:0 in Führung gingen, bevor den Polen der erste Treffer gelang.

Morgen steht das entscheidende Gruppenspiel, der Klassiker gegen Großbritannien an. Dieses Spiel solltet ihr auf keinen Fall verpassen! Zu verfolgen über die üblichen Kanäle: worldkorfball.org - GBR-GER.

Vielen Dank fürs Lesen!

Euer Maurice

23.07.2017 - 5. Tag: Spiel gegen England

Leute, ich weiß nicht was ich sagen soll. Ich bin ziemlich überwältigt von den ganzen Emotionen, die bei so einem Spiel hochkommen. Aber eins ist sicher: HALBFINALE, OLE OLE!!

Deshalb erzähle ich euch erstmal von meinem Tag, um grad mal etwas runterzukommen. Der Morgen startete wieder mit einem ausgiebigen Frühstück. Danach hatten wir wieder etwas Freizeit, dann ein spaßiges Training auf einem Beachvolleyballplatz vor unserem Studentenwohnheim. Es war nicht ganz klar, ob dieses Training zum Teambuilding beisteuern sollte, denn es wurde so viel diskutiert beim Erklären der Regeln der Spiele, dass ich danach am liebsten mit allen eine kleine Entspannungsübung gemacht hätte. Aber es haben sich dann doch alle schnell wieder beruhigt.

Nach dem anstrengenden Training im Sand hieß es erstmal wieder entspannen. Doch nicht lange, denn um 12 Uhr war unser Teammeeting, bei dem die Aufstellung für das wichtigste Spiel unserer Gruppenphase genannt werden sollte. Stärken und Schwächen des Gegner wurden wie immer analysiert und Lösungsstrategiern entwickelt. Zum Schluss die Aufstellung: Steffen Heppekausen, Timon Orth, Anna Schulte und ich. Anderes Fach: Domi Düring, Sven Müller, Jana Kierdorf, Johanna Peuters. Das Teammeeting war zu Ende und das ganze Team war bereit die Briten zu besiegen!

Vor dem Mittagessen war noch viel Zeit, weshalb Karen, Johanna G, Anna Schulte und ich einen kleinen Ausflug in die Mall machten. Denn Karen Fuchs musste sich noch die Haare schneiden lassen. Bevor wir los gingen, war es allerdings schon an der Zeit für mich die erste Runde ‚Mut und Energie‘ Bachblüten einzuwerfen. Das Thema mit der Nervösität hatte ich ja schonmal kurz angesprochen. Mittlerweile kennt man ja doch so kleine Tricks, die einem dabei helfen die Aufregung etwas runterzufahren bzw. sich Selbstvertrauen aufzubauen. Einer meiner Glücksbringer ist zum Beispiel ein kleiner Stein, den man als Kette tragen kann, der auch heute den ganzen Tag vorm Spiel getragen wurde. Dafür musste ich mir allerdings auch ein paar Sprüche anhören. Aber wie man sieht hat es was gebracht. Also falls ihr euch auch nach ein bisschen Glück ist, legt euch einen Glücksstein zu. Nach unserem netten Ausflug mit dem ersten leckeren Kaffee hier in Polen, ging es direkt zu Mittagessen.

Gestärkt ging es zurück zur Unterkunft. Die zweite Runde Bachblüten stand für mich auf dem Plan. Nach einem kleinen Powernap ging es dann aber auch schon wieder in die Halle. Schon auf dem Weg zur Halle mussten wir Präsenz und Selbstvertrauen zeigen, denn es ging in einem Bus zusammen mit den Engländern dorthin. In der Halle angekommen wurde direkt der Spielmodus eingeschaltet, Die Konzentration und die Motivation stiegen von Minute zu Minute. Besprechung, Warm up, letzten Worte der Trainer, und los gings.

Was soll ich groß zum Spiel sagen. Es war ein sehr, sehr harter Kampf. Doch am Ende konnten wir die Nerven und Ruhe bewahren, um das entscheidene Spiel, um den Einzug in das verdammte Halbfinale für uns zu entscheiden!

Das Gefühl, einfach überwältigend. Man weiß gar nicht wem man zuerst in die Arme springen soll. Die Freude war einfach riesig!

Dazu muss ich kurz sagen, dass ich sehr sehr stolz darauf bin, was wir besonders heute geleistet haben. Denn gegen unsere Erzrivalen, die Briten, zu gewinnen ist nicht leicht und mit viel Arbeit verbunden. In solch einem Kopf an Kopf rennen dann am Ende als Sieger vom Platz zu gehen ist einfach ein geiles Gefühl, was ich zum Glück im letzten Jahr schon zweimal miterleben durfte bzw. meinen Teil dazu beitragen konnte. Für solche Momente lohnt sich einfach immer wieder die ganze Arbeit, der Stress und hin und wieder auch Tränen.

Mehr möchte ich heute gar nicht mehr erzählen, denn ich bin ganz schön platt und werde heute bestimmt mal gut schlafen können. Ich hoffe das könnt ihr auch!

Bis morgen meine Lieben,
Eure Lea

PS: Freut euch auf das Spiel gegen Holland morgen, denn es wird ein paar Überraschungen geben.

24.07.2017 - 6. Tag: Spiel gegen die Niederlande

Hallo zusammen,

Tag 6 und damit Tag 1 nach dem Halbfinaleinzug gegen Großbritannien wurde unter anderem genutzt, um eine Freundschaft mit den Faustballern zu knüpfen. Und um es vorwegzunehmen: Das Spiel gegen die Niederlande, Titelverteidiger sämtlicher internationaler Wettbewerbe bei denen sie vertreten ist, haben wir mit 25:13 verloren. Damit spielen wir morgen das Spiel um Platz 3, oder besser gesagt um die Bronze-Medaille! Etwas überraschend ist vielleicht, auf welchen Gegner wir dabei treffen. Das andere Halbfinale zwischen Belgien und Taiwan gewannen nämlich die Asiaten mit 22:18. Die Zuschauer in der Halle und im Live-Stream sahen eine bärenstarke taiwanesische Mannschaft, die zwischenzeitlich mit sechs Körben in Führung lag und daher das Duell absolut verdient für sich entscheiden konnte.

Aber zurück zu uns: Zunächst begann der Tag mit unserem letzten Training hier in Breslau. Das Turnier nähert sich seinem Ende und damit dem Highlight und auch die Kräfte der Spieler lassen selbstverständlich langsam nach. Daher war von den Trainern eine regenerative Einheit vorgesehen. Nach einem gemeinsamen Warm-Up teilte sich die Gruppe auf. Diejenigen, die schon viel Spielzeit gesammelt hatten, lockerten die Muskeln mit der Black Roll und Dehn-Übungen, der Rest spielte 2-gegen-2 sowie 4-gegen-4. Auf diese Weise konnten alle Spieler das richtige Maß an Anstrengung bekommen.

Nach dem Training hatten wir wieder etwas Freizeit. Diese wurde dazu verwendet das Spiel der deutschen Faustballer gegen die Schweiz anzuschauen. So revanchierten wir uns einerseits für deren Unterstützung bei einem unserer Gruppenspiele und lernten andererseits eine neue Sportart kennen. Beide Nationen brachten zahlreiche Fans aus der jeweiligen Heimat mit. Unter den vielen Zuschauern blieben wir nicht unbemerkt und so führte ein deutscher Stadionsprecher ein kurzes Gespräch vor dem Publikum mit Dominic Düring und Johanna Peuters während einer Satzpause. Die deutsche Mannschaft gewann das Spiel mit 3:2 Sätzen und zog, so wie wir es am Vortag taten, ins Halbfinale ein. Nach dem Spiel schossen wir mit ihnen ein gemeinsames Foto und machten uns anschließend auf den Weg zum Mittagessen.

Unser Taxi-Fahrer nutzte die Bus-und-Taxi-Spur, um uns mit 100 (!) Stundenkilometer durch den breslauer Stadtverkehr zu bringen. Dabei hat der Fahrer so viel Zeit herausgeschlagen, dass wir vor dem Essen noch zu den Akrobatik-Wettkämpfen gehen konnten. Abermals waren wir erschrocken über die Dehnbarkeit des menschlichen Körpers.

Bei unserem Spiel gegen die Niederlande wurden wir erneut lautstark von unseren Freunden vom Faustball angefeuert. In diesem Punkt hatten wir die Nase gegenüber dem Gegner definitiv vorn. Dass das Spiel verloren ging, minderte die gute Stimmung im Team nicht, denn morgen steht vielen von uns das größte Spiel unserer sportlichen Laufbahn bevor. Auch Ihr solltet das auf keinen Fall verpassen. Falls das Spiel wider Erwarten nicht auf Sport1 gezeigt wird, könnt Ihr es wie gewohnt unter folgendem Link ab 17 Uhr live verfolgen: worldkorfball.org - BEL-GER.

Vielen Dank fürs Lesen!

Euer Maurice